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Crossroads Nigeria - Okt 2006 PDF Print E-mail


Nigeria Tourverlauf gelb markiert

Am 1. Oktober 2006 startete unsere einwöchige Reise mit Jutta und Uwe durch Nigeria; Destination: Yankari National Park bei Bauchi (Zentralnigeria).

Am ersten Tag war unser Ziel eine afrikanische Farm namens Hope Eden in der Nähe von Abuja (Hauptstadt Nigerias). Nach anstrengenden 730 km mit schlechten Straßen und vielen Polizeikontrollen („How´s money today?“, „Give me some of your national cake!“), vorbei an dichten Regenwäldern und einer Leiche auf der Fahrbahn kamen wir begleitet von einem herrlichen Sonnenuntergang bei Annegret (aus Freudenstadt) und ihrem nigerianischen Ehemann Shikar auf der Hope Eden Farm an. Nach einem herzlichen Willkommen gab es Abendessen bei Kerzenschein. Beim Einschlafen im Dachzelt hörten wir leise die Trommelmusik und afrikanischen Gesang aus dem nächsten Dorf. Schön ...

 Shiekar zeigt uns Maniok-Wurzel   

Shikar führte uns am nächsten Tag über ihre Farm, die wunderschön gelegen und auch angelegt ist - mitten im Busch und trotzdem mit schönen Blumen, Wegen und tollen Rundhütten. Sie betreiben dort mit einigen Arbeitern Landwirtschaft, um sich selbst zu versorgen: Pressen von Erdnussöl, Hühnerzucht, Anbau von Mais, Reis, Obst und Gemüse. Wasser gibt´s aus dem Brunnen. Bedeutete auch für uns: „Bucket-Shower“: Duschen mit kaltem Wasser aus Eimern. Die Klospülung wird ebenfalls aus Eimern getätigt. Strom gibt es nur abends, wenn der Generator angemacht wird. Gekocht und gegrillt wird am Feuer. Sehr friedlich, naturverbunden, einfach. Einfach schön. Zur besten Uhrzeit am Tag - in der größten Nachmittagshitze ;-) – sind wir eine gute Stunde durch den Busch gewandert: durch Yams- und Maniokfelder, vorbei an Bananenpalmen und enorm hochgewachsenen Maisfeldern bis zu einem kleinen Dorf, wo wir auf unseren Fahrer warteten. Nach unserer Ankunft versammelten sich immer mehr Dorfbewohner bis einer von ihnen zu uns kam und uns fragte, ob sie jetzt gehen müssten? Wir verstanden zuerst nicht, was er meinte. Ja, ob sie jetzt ihr Dorf verlassen müssten? Doch dann erkannten wir, dass sie tatsächlich befürchteten wir vier Weißen wären gekommen, um sie aus dem Dorf zu vertreiben. In diesem Moment war es körperlich spürbar, wie zwei Welten aufeinander prallten. Wahnsinn. Wir waren sprachlos.

Abuja

 

Die Hauptstadt Abuja war die nächste Station. Absolutes Gegenmodell zu Lagos: sauber, sehr übersichtlich, kaum Autos, Verkehrsregeln werden eingehalten, kaum Menschen. Eindrucksvolle Gebäude wie Präsidentenpalast und drittgrößte Moschee Afrikas. Auf der Weiterfahrt Richtung Jos - Hochplateau veränderte sich nun die Landschaft. Immer weniger Regenwald, Granitfelsen kamen zum Vorschein, weite grasbedeckte Wiesen und Hügel. Wir übernachteten in einem abgelegenen, ehemaligen Missionarsheim namens Miango Rest Home. Sehr ruhig, idyllisch, Essen im Jugendherbergsstil. Beim gemeinsamen Ausklingen des Tages (mit Dosenbier und Zigarillos) hörten wir schmunzelnd den Gospelgottesdienst aus dem Gebäude nebenan und gleichzeitig den Allah-Gesang aus dem nächsten Dorf. Beeindruckend.

Nach einem kurzen Spaziergang in Miango und Besichtigung der Dorfkirche fuhren wir am nächsten Tag über Jos und Bauchi zum Yankari National Park. Amüsante Polizeikontrollen inklusive: „You don´t have any fuel for me to put in my own?“, “You have something to eat for the elephants or for me?”. Nach einigem Palaver wg. der Kameragebühr am Eingang zum Nationalpark waren wir nach insgesamt 1.400 km angekommen – auf einer Baustelle! Die Gästehäuser wurden renoviert, es war laut, überall waren Bauarbeiter und ... Affen. Beim Nachfragen an der Rezeption erhielten wir dann doch noch zwei VIP-Suites ! mit miserablen Sanitäranlagen und modrigem Geruch und einem Schloss, das sich nur von innen öffnen ließ. Sorry for Nigeria! So what, wir nahmen´s, da wir aufgrund der Affen nicht im Dachzelt schlafen wollten. Unser Abendessen mussten wir zwei Stunden vorher bestellen. Und bis zum Abend war auch das Bier gekühlt. Wir relaxten auf der Terrasse mit herrlichem Ausblick auf den gesamten Nationalpark. Affen und Warzenschweine liefen auf dem Gelände rum, später trafen wir noch auf Antilopen. Beim zu Bett gehen waren unsere VIP-Suites voller Kakerlaken und Spinnen. So übernachteten wir doch im Dachzelt bzw. Auto. Natürlich waren wir nicht bereit am nächsten Tag für die Übernachtung den angesetzten Betrag zu bezahlen. Großes Palaver – kein Erfolg. Sorry for Nigeria! YANKARI!

mit unserem Landy durch den Yankari Nationalpark

Auf geht´s zur Safari-Tour durch den Nationalpark. Mit dem eigenen Jeep, da der Parkeigene Lastwagen gerade nicht funktionstüchtig ist. Sorry, one broken - one lost! Egal, wir waren gut gelaunt und wollten Elefanten und Löwen sehen. Tja, das ganze entpuppte sich dann mehr als ein spaßbringendes Offroad – Erlebnis für unsere Fahrer Rainer und Uwe als eine tierprächtige Safari. Unser Führer lotse uns immer wieder auf neue Wege, aber außer Elefanten- und Löwenfußspuren, viele Elefantenhaufen haben wir dann leider nur Geflügel und Antilopen gesehen. Sorry, no elefants today! Als Andenken hat uns die Wildnis des Parks dann noch eine fette Schramme und einen kaputten Scheinwerfer verpasst. Sorry! YANKARI!

YANKARI! Ein neuer Trinkspruch war geboren ...

Nachdem unser gemütliches Picknick im Freien aufgrund hungriger Affen ausgefallen war, erfrischten wir uns noch in der herrlichen, warmen Quelle des Nationalparks. Glasklares Wasser, Regenwald gesäumt – wunderschön!


 

Da wir nun nicht ohne einen Elefanten zu sehen zurückkehren wollten, sind wir auf der Heimreise noch in einen Wildlife Park in Jos eingekehrt. Und da war er endlich: der nigerianische Elefant! Einen weiteren Stopp machten wir in Lokoja am Niger. Hier konnten wir einen fantastischen Sonnenuntergang und am nächsten Tag einen ebenso atemberaubenden Sonnenaufgang erleben. Wow! Dann ging´s back to Lagos ...

Crossroads Nigeria war aufregend und einmalig. Danke an Jutta und Uwe für die unvergessliche gemeinsame Woche! YANKARI!

 

 

 
 
 
 

 
 
 
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